Hier findet Ihr mein 2007 für mein Arbeitsstipendium in Akureyri (Island) eingerichtetes Blog „polarlicht – selected views„, das ich bis etwa 2023 gefüllt hatte und inzwischen durch das „Blog / Newsarchiv“ auf dieser Seite ersetzt wurde.
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(warten)
doch natürlich warten wir immer auf etwas. wenn nicht auf den herrgott oder den jüngsten tag, dann auf etwas anderes, denn das leben besteht zu einem großen teil aus nichts anderem als warten; was auch wiederum ganz in ordnung ist, denn während man auf etwas wartet, kann man schon mal eine ganze menge erledigen. einen kaffee trinken zum beispiel, in einem buch blättern, ein schwätzchen halten oder mit anderen worten: man kann leben, während man wartet.
jón kalman stefánsson „der sommer hinter dem hügel“
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galerie coucou im merian
ein schöner und vor allem differenzierter artikel im aktuellen merian „kassel“ heft beleuchtet die szene in kassel, die es auch gibt wenn nicht gerade die documenta vor ort ist.
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katalogfaltblatt zur ausstellung
hier noch die (etwas verspätete) meldung, das das dokumentationsfaltblatt zu meiner ausstellung „circus maximus“ in der galerie coucou erhältich ist. den dinA5-sechsseiter mit kurzem einführungstext kann man auch hier als vorschau-pdf ansehen.
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(unschuld)
welche wirkung aber hat nichts? es gebiert angst. das ist das tiefe geheimnis der unschuld, dass sie zu gleicher zeit angst ist. träumend projektiert der geist seine eigene wirklichkeit, diese wirklichkeit aber ist nichts, dieses nichts aber sieht die unschuld ständig außerhalb ihrer.
kierkegaard „der begriff der angst“
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… still working

erste zeichnungen der „klinik“-serie sind fertig. wird ein größeres projekt.
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(kunst kommt von …)
kunst kommt von können oder kennen her (nosse aut posse), vielleicht von beiden, wenigstens muß sie beides in gehörigem grad verbinden. wer kennt, ohne zu können, ist ein theorist, dem man in sachen des könnens kaum trauet; wer kann ohne zu kennen, ist ein bloßer praktiker oder handwerker; der echte künstler verbindet beides.
johann gottfried herder „kalligone“ (erste belegte formulierung aus dem jahr 1800)
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(stillleben)
das leben ist politik, die menschlichen verhältnisse – das alles ist politik. zuerst sind die bilder stumm. allerdings kann ein bild oder eine bildgruppe in einem bestimmten zusammenhang ein politisches moment bekommen.
ich war am 11. september in new york und habe alles noch genau in erinnerung. als ich zwei wochen später wieder in belgien war, kam mir die idee, dass man nur eine idylle malen könnte, und das nicht als historienbild, sondern in der letzten, der unwichtigsten kategorie der malerei: das stilleben. (…) ein stilleben nach nine/eleven ist eigentlich ein ziemlich sardonistischer witz, und das ist im grunde sehr politisch. aber eine moralisierung sollte für immer ausgeschlossen sein.luc tuymans, 2002
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ausstellungsbilder aus willingshausen
hier noch ein paar eindrücke aus unserer ausstellung „ich und die wirklichkeit“:
außerdem kann man hier noch die von anett frontzek gehaltene einführungsrede nachlesen.
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(zeit)
aber die zeit … die zeit, die uns erst lähmt und dann beschämt. wir hielten uns für reif, dabei gingen wir nur auf nummer sicher. wir hielten uns für verantwortungsbewusst, dabei waren wir nur feige. was wir realismus nannten, erwies sich als manier, den dingen aus dem weg zu gehen, statt ihnen ins auge zu sehen. zeit … man gebe uns genügend zeit, und unsere fundiertesten entscheidungen scheinen wackelig, unsere gewissheiten bloße schrullen.
julian barnes “vom ende einer geschichte”
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hna-artikel zur ausstellung in willingshausen
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(rechtfertigung)
er war intelligenter und seinem wesen nach rigoroser als ich; er dachte logisch und handelte dann nach dem, was sich aus dem logischem denken ergab. wir anderen hingegen tun, fürchte ich, meist das gegenteil: wir treffen eine instinktive entscheidung und bauen uns dann eine infrastruktur von argumenten auf, um diese entscheidung zu rechtfertigen. und das ergebnis nennen wir gesunden menschenverstand.
julian barnes „vom ende einer geschichte“
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„ich und die wirklichkeit“ eröffnung
hier ein blick in die ausstellung:

rechts an der wand und vorkopf sind großformatige holzschnitte von uta zaumseil zu sehen, dahinter die text-bildarbeiten von barbara wrede und links vor dem lautsprecher sieht man noch zwei der geschnittenen topographischen karten der schweiz von anett frontzek.der hessische rundfunk hatte während der eröffnung spass an nahaufnahmen meiner skulpturen (wie man auch schon im fertigen fernsehbeitrag sehen konnte):

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ich und die wirklichkeit im fernsehen
es gab einen bericht in der hessenschau (ab min 23:50) zur „eröffnung des kunstjahres“ in willingshausen, zu dem auch unsere ausstellung „ich und die wirklichkeit“ eröffnet wurde — mit o-ton von mir.
außerdem war noch ein artikel in der schwälmer hna.fotos der eröffnung und der ausstellung reiche ich nach, wenn mal wieder ein bischen mehr luft ist. verweisen kann ich aber auf das blog der mitstreiterin barbara, die schon über die vorbereitungen, die eröffnung und die ausstellunge berichtet hat. ihr text, der als lesung zur eröffnung zum einsatz kam, ist übrigens extrem lesenswert!
es war ein gelungener und manchmal (unfreiwillig) komischer abend.
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(ohne gefühle)
heute morgen wachte ich zu einem nie gekannten schrecken auf: ich war ganz ohne gefühle, es war alles weg, es war, als hätte ich etwas, was mir am abend für die nacht zu besonderen sorgfalt anvertraut wurde, auf einmal verloren; ich fand mich wieder wie jemand, der die wache für ein ganzes schlafendes heer übenommen hatte, aber sich auf einmal auf die rätselhaftestes weise erblindet wiederfindet, taub und ausgelöscht. alles war fort. ich war vollkommen leer, ohne schmerz, ohne freude, ohne sehnsucht, ohne liebe, ohne wärme und freundschaft, ohne zorn, ohne haß. nichts, nichts war mehr da, ich, wie eine rüstung ohne ritter darin. es dauerte lange, bis wenigstens so etwas wie ein schreck über mich kam.
werner herzog „eroberung des nutzlosen (camisea, 6. 4. 81)“
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(still)
alles unglück des menschen ist auf einen einzigen umstand zurückzuführen: daß er unfähig ist, still in seinem zimmer zu bleiben.
pascal







